{"id":143,"date":"2006-10-29T01:59:04","date_gmt":"2006-10-28T23:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/suedamerika.tur-net.de\/?p=143"},"modified":"2009-08-03T11:09:00","modified_gmt":"2009-08-03T09:09:00","slug":"im-dschungel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/suedamerika.tur-net.de\/?p=143","title":{"rendered":"Im Dschungel"},"content":{"rendered":"<p>Am\u00a0Montag brachen wir in Richtung Rurrenabaque, einer\u00a0kleinen Stadt ca. 250 km noerdlich von La Paz, auf. Unsere Verkehrsmittelwahl fiel auf das Flugzeug. Die Fahrt mit dem Bus haette satte 18-20 Stunden in\u00a0Anspruch genommen und\u00a0uns ueber die &#8222;Gefaehrlichste Strasse der Welt&#8220; gefuehrt. So sassen wir am Montag Morgen in einer 19-sitzigen Fairchild Dornier und warteten auf den Start vom hoechstgelegensten Verkehrsflughafen der Welt, El Alto in der Naehe von La Paz. Etliche westliche Airlines verzichten auf Direktverbindungen nach und von La Paz, da die duenne Luft auf 4000\u00a0Meter ue. n. Null das Starten mit\u00a0grossen Maschinen\u00a0erheblich schwieriger gestaltet. Fuer unsere Fairchild Dornier stellte das Abheben\u00a0allerdings ueberhaupt kein Problem dar. Nach 40 Minuten Flugzeit\u00a0landeten wir sicher auf der Graspiste von Rurrenabaque Airport.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Flugzeug hinten\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-544.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image144\" height=\"96\" alt=\"Flugzeug hinten\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-544.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Flugzeug\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-605.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image150\" height=\"96\" alt=\"Flugzeug\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-605.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Flughafen empfing uns Louis, bei dem wir unseren Dschungeltrip gebucht hatten. Leider\u00a0hatte eine Kombination aus Fehlinformationen unserer Airline und\u00a0verworrener Kommunikationswege innerhalb unseres Tour-Veranstalters ein kleines Organisations-Chaos angerichtet, das zunaechst zu verhindern schien, dass wir wie geplant noch am selbigen Tag gen Dschungel aufbrechen konnten. Ein wenig Verhandeln und einige\u00a0zusaetzliche\u00a0US-Dollars auf dem Tisch unseres Tour-Veranstalters ermoeglichten es uns gluecklicherweise doch noch, am fruehen Nachmittag die dreistuendige Bootsfahrt auf dem Rio Beni in Richtung\u00a0Dschungel anzutreten.\u00a0Zumindest war die Groesse unserer Tourgruppe auf ein sehr ertraegliches Mass geschrumpft: lediglich wir beide plus unser Guide Jos\u00e9-Luis\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Hinfahrt\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-546.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image145\" height=\"96\" alt=\"Hinfahrt\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-546.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Dschungel-Camp angekommen bezogen wir zunaechst unser Cabin, in der wir die beiden Naechte verbringen sollten. Kurz darauf trafen wir ueberraschend auf\u00a0eine sechskoepfige English-Connection, die wir bereits auf der Busfahrt von Copacabana nach La Paz kennengelernt hatten.\u00a0Mit ihnen teilten wir\u00a0unsere Cabin.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Camp\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-549.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image146\" height=\"96\" alt=\"Camp\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-549.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Camp innen\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-572.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image147\" height=\"96\" alt=\"Camp innen\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-572.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einem reichhaltigen Abendessen brachen wir bestens geruestet (Struempfe ueber der Hose, langaermliges Hemd und Insektenspray in rauhen Mengen)\u00a0mit unserem Guide zu einer Nachtwanderung im Dschungel auf.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Readyforjungle\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-550.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image160\" height=\"96\" alt=\"Readyforjungle\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-550.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die erste Stunde\u00a0verstrich ereignislos: keine Pumas, keine Jaguars&#8230;aber dann hatten wir Glueck. Wir bekamen einen ca. 2 Meter messenden Alligator zu Gesicht der von der Uferboeschung ins Wasser glitt. Ein weiterer\u00a0Hoehepunkt des Abends, zumindest aus der Sicht unserer englischen Freunde, spielte sich bereits vor der Nachtwanderung ab. Uns gelang es (mit der Hilfe unseres Guides) ein\u00a0Insekt mit gruenen, phosphorizierenden Augen zu\u00a0&#8222;domestizieren&#8220;.\u00a0Unsere engl. Freunde tauften\u00a0es auf den Namen Alfi.\u00a0<\/p>\n<p>Nach einer erholsamen Nacht &#8211; unsere Oropax hatten den zirpenden Klangteppich des Dschungels nahezu perfekt weggefiltert &#8211; stand nach dem Fruehstueck zunaechst ein kurzer Bootstrip auf dem Programm. Diesmal waren wir mit den Englaendern unterwegs. Wieder an Land fuehrten die Guides uns durch Dschungel-Dickicht hinauf zu einem Felsen, in dessen Wand sich zahlreiche Papageienpaerchen kleine Hoehlen eingerichtet hatten.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Dschungel\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-565.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image161\" height=\"96\" alt=\"Dschungel\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-565.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Papageien\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-570.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image159\" height=\"96\" alt=\"Papageien\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-570.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abgesehen von den Papageien blieb es an der Wildlife-Front eher ruhig. Unsere englischen Freunde glaubten allerdings zumindest den &#8222;shadow of a pig&#8220; gesehen zu haben.<\/p>\n<p>Nachmittags waren wir wieder alleine mit unserem Guide\u00a0im Dschungel unterwegs.\u00a0Nach ein paar Schritten gelang es uns eine\u00a0Wildschweinherde auszumachen. Pumas und Jaguars\u00a0liessen sich aber nach wie vor nicht\u00a0blicken. Als Trost lernten wir die\u00a0Insektenvielfalt des bolivianischen Dschungels kennen. Die Durchquerung eines Wespenschwarms bezahlte Michi auch prompt mit 4 Stichen. Darueber hinaus bekamen wir giftige Riesen-Ameisen\u00a0 zu Gesicht. Auch\u00a0Bienen, die, wenn sie sich von Menschen bedroht fuehlen, nicht stechen sondern beginnen die\u00a0Kopfhaare\u00a0zu kuerzen, kreuzten unseren Weg. Unserem Guide gelang es sogar, eine Tarantel aus ihrer Hoehle zu locken. Das sollte allerdings nicht die einzige Begegnung mit diesem Insekt bleiben&#8230;<\/p>\n<p>Natuerlich hat\u00a0die Dschungel-Flora ebenfalls einiges zu bieten:\u00a0Jos\u00e9-Luis machte uns mit dem Ajo Ajo Baum vertraut, der eng mit der gemeinen Knoblauchzehe verwandt ist, &#8211;\u00a0dementsprechend roch die Rinde.\u00a0Natuerlich\u00a0geizt der\u00a0Dschungel auch nicht mit giftigen Pflanzen. So etwa ein arbol toxico, der eine Fluessigkeit absondert, die bereits in geringen Mengen fuer den Menschen toedlich sein kann. Besser gefiel uns da\u00a0eine Liane, die nach Durchtrennung reichlich Trinkwasser zur Verfuegung stellte (s.\u00a0Bild &#8222;Hendrik und Liane&#8220;). Aus manchen Pflanzen laesst sich\u00a0zudem hervorragend Farbe extrahieren (s. Bild &#8222;Michi und das Lila&#8220;).\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Ameisis\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-585.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image153\" height=\"96\" alt=\"Ameisis\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-585.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Tarantelchen\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-580.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image155\" height=\"96\" alt=\"Tarantelchen\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-580.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Lianenwasser\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-579.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image156\" height=\"96\" alt=\"Lianenwasser\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-579.thumbnail.jpg\" \/><\/a>\u00a0<a class=\"imagelink\" title=\"Farbe\" href=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-587.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image152\" height=\"96\" alt=\"Farbe\" src=\"wp-content\/uploads\/2006\/10\/imagen-587.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abends erholten wir uns vom anstrengenden Tag\u00a0bei einer Partie Kartenspielen. Des Nachts kam in unserer deutsch-englischen Cabin dann waschechte Klassenfahrtsatmosphaere auf. Den Auftakt stellte der Besuch einer Tarantel in unserer Schlafstaette dar. Nach zaehem Ringen \ud83d\ude09 gelang es uns schliesslich die Tarantel mit zwei Buechern und einer Rolle Duck Tape wieder in die freie Wildbahn zu befoerdern. Die Nacht fuellten dann Geschichten von Spinnen, die sich durch die Bohlenbretter von Cabins zwaengen und mit ihren scharfen Zaehnen jedes Moskitonetz ueberwinden&#8230;<\/p>\n<p>Am\u00a0naechsten Tag brachen wir nach einer vormittaglichen Dschungelwanderung wieder gen Rurrenabaque auf.\u00a0Dort angekommen\u00a0mussten wir zunaechst feststellen, dass unser Flug am naechsten Morgen u. U. wegen schlechter Wetterbedingungen ins Wasser fallen koennte. Letztendlich\u00a0verschob sich unsere\u00a0Rueckreise zum Glueck\u00a0nur um\u00a0drei Stunden und wir hoben kurz vor Hereinbruch eines kraeftigen Gewitters\u00a0in Richtung La Paz ab.<\/p>\n<p>Hasta luego!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am\u00a0Montag brachen wir in Richtung Rurrenabaque, einer\u00a0kleinen Stadt ca. 250 km noerdlich von La Paz, auf. Unsere Verkehrsmittelwahl fiel auf das Flugzeug. Die Fahrt mit dem Bus haette satte 18-20 Stunden in\u00a0Anspruch genommen und\u00a0uns ueber die &#8222;Gefaehrlichste Strasse der Welt&#8220; gefuehrt. 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